Freitag, 14. Februar 2014

Kinder, Kinder!

Die Sonne scheint, es ist Valentinstag, ich führe mich zur Feier des Tages aus, schön spazieren, vielleicht kauf ich mir auf dem Rückweg Schnittblumen, Narzissen, die mag ich am liebsten, das weiß ich ganz genau.
Verzweifelt auf der Suche nach Grünflächen in einer hässlichen, norddeutschen Kleinstadt setze ich mich irgendwann auf eine hügelige Spielwiese. Zigarette in der Hand, Gesicht in die Sonne, Augen zu, Kopfhörer auf, Sven Regener fragt mich wann der Wind kommt, vergiss es.

Irgendwann bemerke ich, dass die Sonne verdunkelt ist. Augen auf, zwei kleine Mädchen stehen vor mir. "Ich bin Celina" stellt das eine fest, scharrt einen Stock in den Boden. Das andere verzichtet auf die Formalitäten, guckt mir in die Augen und fragt "Bist du verliebt?" und ich so: "Was?"
Das Mädchen guckt mich nachdenklich an und sagt "Die Celina guckt auch immer so blöd, weil sie in den Ole ist." Celina runzelt kurz die Stirn, dann brüllt sie "Ich finde Ole SCHEISSE" und brät dem ersten Mädchen den Stock über den Schädel.
Beide heulen und rennen weg. Die Sonne scheint.

Herbst 2013

Sonntag, 9. Februar 2014

SEMESTERFERIEN

das ist gouda in meiner hand. ich pose mit gouda. 

Semesterferien haben angefangen und mir war nie langweiliger. Meine Freunde sind entweder unglücklich verliebt oder in Berlin oder in der Klapse, ich bewohne eine riesige Wohnung alleine.


So viel Zeit, Dinge zu tun, die man ein halbes Jahr nicht geschafft hat. Fußnägel schneiden zum Beispiel. Kurze Überlegung, ob man den vom großen Zeh zum Zahnstocher recyclen könnte. Dann heftige Erkenntnis, dass diese vorlesungsfreie Zeit noch Monate geht und Angst, irgendwann auf die Idee zu kommen, körperliche Abfallprodukte zu einem leckeren und ethisch vertretbaren Eintopf zu verkochen. 
Überlege, als Gegenmaßnahme Nacktbilder von mir auf Facebook zu posten, damit wenigstens online was passiert. Trau mich aber nicht und stalke stattdessen meine Verflossenen auf Facebook. 
Abends betrink ich mich alleine, kultiviert mit Weinglas. Stelle auf einmal fest, wie verrückt es ist, dass so ein dünnes Glasstäbchen den ganzen Wein hält. Also aus der Flasche trinken, das ist nicht so unheimlich.
Bin doch jetzt Schreiberin, also betrunken notieren. Weisheiten wie "Es fehlen immer die Knöpfe, nie die Löcher" stehen am nächsten Morgen in meinem Notizbuch und ich schäme mich. Allein sein, Zeit Neues auszuprobieren.


Bisherige Selbstversuche: 
- Wie lang kann man die Luft anhalten, und kann man davon wirklich umkippen? (Kann man, sagt google, ich hab aber nicht genug Willenskraft.) 
- wie lange kann man sich ungeduscht ertragen (läuft)
 - wie lange überlebt man in seiner Wohnung, ohne zu verhungern oder seltsame Selbstversuche durchzuführen (möchte nicht drüber reden).
Die Lage ist ernst, überlege mittlerweile sogar, das Bad zu putzen.


Sonntag, 2. Februar 2014

Neues Jahr, an die Bar, kurzes Haar

Geburtstag

Der wahrscheinlich angemessenste Weg, ein neues Lebensjahr zu beginnen: Aufwachen, keine Erinnerung mehr im und keine Haare mehr auf dem Kopf und links und rechts in meinem Bett zwei verschlafene Männer. Also gesetzt den Fall man wird 22, wenn das ganze mit 80 passiert spricht eine solche Situation eher für Demenz, Haarausfall und seltsames Pflegepersonal.
Ich bin ein Jahr älter geworden, ich bin in keiner Beziehung mehr, Aschenbecher neben dem Bett quillen über und der Morgen beginnt mit Orientierungslosigkeit. Wenn ich schon älter werde, mache ich wenigstens entwicklungstechnisch starke Rückschritte, und darum gehts ja: geistig jung bleiben.
Die Haare, die mir zwei Freunde betrunken abgeschnitten haben, liegen in Locken im Bett und auf dem Boden, ich halte die Strähnen probeweise an mein Haar, aber es passt nicht mehr, alles ist gut so wie es ist, ein neues Jahr, kurzes Haar, ich freu mich drauf.
Mit einer Flasche Korn in der Hand schleppen mich L und F mittags zu einem Friseur, um das ganze begradigen zu lassen, Happy Birthday, ich bin wahnsinnig gerührt darüber, dass die Friseurin einem ungewaschenen, zerzausten Bündel ihre Aufmerksamkeit schenkt, gerührt überhaupt, das alle da waren, auf dem Heimweg gehe ich ganz aufrecht, damit das Glück nicht überschwappt.